WordPress vs. Headless CMS: Was passt zu deinem Projekt?
Vergleich: Vorteile & Nachteile von WordPress und modernen Headless CMS Lösungen.

Die Wahl zwischen WordPress und einem Headless CMS ist eine der wichtigsten technologischen Entscheidungen für Ihr Webprojekt. Beide Ansätze haben ihre Stärken – aber für unterschiedliche Use Cases. Dieser umfassende Vergleich hilft Ihnen, die richtige Wahl für Ihre spezifischen Anforderungen zu treffen.
Das Grundkonzept: Traditionell vs. Modern
WordPress (Monolithisch)
Ein integriertes System, bei dem Backend (Content-Management) und Frontend (Darstellung) untrennbar miteinander verbunden sind. Alles läuft auf einem Stack, typischerweise PHP/MySQL.
Headless CMS (Decoupled)
Das Backend (Content-Repository) ist vom Frontend getrennt. Inhalte werden über APIs (meist REST oder GraphQL) an beliebige Frontends geliefert – Websites, Apps, IoT-Geräte.
WordPress: Ideal für diese Projekte
💼 Kleine bis mittlere Unternehmen
Budget-freundlich, schnelle Time-to-Market, riesiges Plugin-Ökosystem für fast jede Funktion.
- Content-basierte Websites
- Blogs und Magazine
- Portfolio-Websites
- Kleine E-Commerce Shops (mit WooCommerce)
👥 Nicht-technische Teams
Intuitive Benutzeroberfläche, WYSIWYG-Editor, tausende Tutorials und eine riesige Community.
- Marketing-Teams, die selbst Inhalte pflegen
- Einzelunternehmer ohne Entwickler
- Redaktionelle Teams mit wechselnden Autoren
🚀 Schnelle Prototypen & MVPs
In wenigen Stunden live, mit Themes und Page Buildern kann man schnell professionelle Ergebnisse erzielen.
- Testen von Geschäftsideen
- Temporäre Kampagnen-Sites
- Events und Konferenzen
WordPress-Stärken im Überblick
- Kosten: Open Source, geringe Einstiegskosten
- Community: Größte CMS-Community weltweit
- Plugins: Über 58.000 kostenlose Plugins
- SEO: Ausgereifte SEO-Plugins (Yoast, RankMath)
- Learning Curve: Flache Lernkurve für Redakteure
Headless CMS: Ideal für diese Projekte
⚡ Hochperformante Websites
Statische Site Generation, CDN-Delivery, optimale Core Web Vitals – perfekt für Performance-critical Projekte.
- Corporate Websites mit hohen Besucherzahlen
- E-Commerce mit komplexen User Journeys
- Marketing-Sites mit Conversion-Fokus
📱 Multi-Channel Publishing
Ein Content-Repository für Web, Mobile Apps, IoT-Displays, Voice Interfaces und mehr.
- Marken mit App und Website
- Digitale Signage Lösungen
- Omnichannel Retail Experiences
🔧 Custom Frontend Experiences
Volle Kontrolle über das Frontend mit modernen Frameworks wie Next.js, Gatsby oder Nuxt.js.
- Interactive Web Applications
- Complex User Interfaces
- Real-time Features
Headless-Stärken im Überblick
- Performance: Native JAMstack-Architektur
- Security: Keine direkte Datenbankverbindung
- Flexibility: Unabhängige Tech-Stacks
- Scalability: Cloud-native, auto-scaling
- Developer Experience: Moderne Workflows
Kostenvergleich: Was kostet was wirklich?
WordPress Kosten (pro Jahr)
- Hosting: €100-€500 (Managed WordPress)
- Premium Theme: €50-€100 (einmalig)
- Premium Plugins: €200-€500
- Wartung/Updates: €500-€2.000
- Security/Monitoring: €200-€500
- Gesamt (typisch): €1.050-€3.600
Headless CMS Kosten (pro Jahr)
- CMS-Service: €0-€500 (Strapi selbstgehostet bis Enterprise)
- Frontend-Hosting: €0-€300 (Vercel/Netlify)
- CDN: Inklusive in Hosting
- Entwicklung: €2.000-€10.000 (Initial)
- Wartung: €1.000-€3.000
- Gesamt (typisch): €3.000-€13.800+
Kosten-Tipp für Startups
Für Startups: Beginnen Sie mit WordPress, validieren Sie Ihre Idee, und migrieren Sie zu Headless, wenn Sie Skalierung und Performance brauchen. Die Migration ist einfacher als von vielen angenommen.
Die hybride Lösung: WordPress als Headless CMS
Es gibt einen Mittelweg: WordPress mit seiner REST API als Backend verwenden, aber mit einem modernen Frontend-Framework wie React oder Vue.js. Das bietet:
- Best of Both Worlds: Bekannte WordPress-Admin-Oberfläche für Redakteure, moderne Frontend-Technologie für Entwickler.
- Kosteneffizient: Nutzt existierende WordPress-Infrastruktur.
- Flexibel: Kann schrittweise migriert werden.
- Plugin-Kompatibilität: Viele Plugins bieten bereits API-Endpoints.
Wann WordPress Headless sinnvoll ist:
- Sie haben ein bestehendes WordPress-Setup, wollen aber Performance verbessern
- Ihr Team kennt WordPress, will aber moderne Frontend-Technologien nutzen
- Sie brauchen eine mobile App zusätzlich zur Website
- Sie wollen schrittweise migrieren statt Big Bang
Migration: Von WordPress zu Headless
Phase 1: Assessment & Planning
- Content-Audit: Was muss migriert werden?
- Plugin-Analyse: Welche Funktionen brauchen eine Alternative?
- URL-Struktur: Redirect-Strategy planen
- Team-Schulung: Redakteure auf neues CMS vorbereiten
Phase 2: Development & Testing
- Headless CMS einrichten und strukturieren
- Content-Import automatisieren
- Frontend mit gewähltem Framework entwickeln
- Testing: Performance, SEO, User Experience
Phase 3: Launch & Optimization
- Staging-Umgebung testen
- DNS umstellen, Redirects implementieren
- Monitoring einrichten
- Performance kontinuierlich optimieren
Die besten Headless CMS Optionen 2025
Entscheidungsmatrix: Welches System für Ihr Projekt?
Fazit: Es gibt keine universelle "beste" Wahl
Die Entscheidung zwischen WordPress und Headless CMS hängt von Ihren spezifischen Anforderungen, Budget, Team-Fähigkeiten und langfristigen Zielen ab.
Wählen Sie WordPress, wenn: Budget, schnelle Realisierung und ein riesiges Plugin-Ökosystem Ihre Prioritäten sind. Besonders geeignet für Content-basierte Websites, Blogs und kleine bis mittlere Unternehmen.
Wählen Sie Headless, wenn: Performance, Skalierbarkeit, Multi-Channel Publishing und moderne Developer Experience im Vordergrund stehen. Ideal für Enterprise-Projekte, E-Commerce und interaktive Web Applications.
Der hybride Ansatz (WordPress als Headless) bietet einen praktischen Mittelweg für bestehende WordPress-Nutzer, die schrittweise modernisieren wollen.
Die wichtigste Erkenntnis: Beide Systeme haben ihre Berechtigung. Die "falsche" Wahl gibt es nicht – nur passende oder weniger passende Lösungen für Ihre spezifischen Anforderungen.
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