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WordPress vs. Headless CMS: Was passt zu deinem Projekt?

Vergleich: Vorteile & Nachteile von WordPress und modernen Headless CMS Lösungen.

16. April 20257 Min. Lesezeit
WordPress vs. Headless CMS: Was passt zu deinem Projekt?

Die Wahl zwischen WordPress und einem Headless CMS ist eine der wichtigsten technologischen Entscheidungen für Ihr Webprojekt. Beide Ansätze haben ihre Stärken – aber für unterschiedliche Use Cases. Dieser umfassende Vergleich hilft Ihnen, die richtige Wahl für Ihre spezifischen Anforderungen zu treffen.

Das Grundkonzept: Traditionell vs. Modern

WordPress (Monolithisch)

Ein integriertes System, bei dem Backend (Content-Management) und Frontend (Darstellung) untrennbar miteinander verbunden sind. Alles läuft auf einem Stack, typischerweise PHP/MySQL.

Headless CMS (Decoupled)

Das Backend (Content-Repository) ist vom Frontend getrennt. Inhalte werden über APIs (meist REST oder GraphQL) an beliebige Frontends geliefert – Websites, Apps, IoT-Geräte.

WordPress: Ideal für diese Projekte

💼 Kleine bis mittlere Unternehmen

Budget-freundlich, schnelle Time-to-Market, riesiges Plugin-Ökosystem für fast jede Funktion.

  • Content-basierte Websites
  • Blogs und Magazine
  • Portfolio-Websites
  • Kleine E-Commerce Shops (mit WooCommerce)

👥 Nicht-technische Teams

Intuitive Benutzeroberfläche, WYSIWYG-Editor, tausende Tutorials und eine riesige Community.

  • Marketing-Teams, die selbst Inhalte pflegen
  • Einzelunternehmer ohne Entwickler
  • Redaktionelle Teams mit wechselnden Autoren

🚀 Schnelle Prototypen & MVPs

In wenigen Stunden live, mit Themes und Page Buildern kann man schnell professionelle Ergebnisse erzielen.

  • Testen von Geschäftsideen
  • Temporäre Kampagnen-Sites
  • Events und Konferenzen

WordPress-Stärken im Überblick

  • Kosten: Open Source, geringe Einstiegskosten
  • Community: Größte CMS-Community weltweit
  • Plugins: Über 58.000 kostenlose Plugins
  • SEO: Ausgereifte SEO-Plugins (Yoast, RankMath)
  • Learning Curve: Flache Lernkurve für Redakteure

Headless CMS: Ideal für diese Projekte

⚡ Hochperformante Websites

Statische Site Generation, CDN-Delivery, optimale Core Web Vitals – perfekt für Performance-critical Projekte.

  • Corporate Websites mit hohen Besucherzahlen
  • E-Commerce mit komplexen User Journeys
  • Marketing-Sites mit Conversion-Fokus

📱 Multi-Channel Publishing

Ein Content-Repository für Web, Mobile Apps, IoT-Displays, Voice Interfaces und mehr.

  • Marken mit App und Website
  • Digitale Signage Lösungen
  • Omnichannel Retail Experiences

🔧 Custom Frontend Experiences

Volle Kontrolle über das Frontend mit modernen Frameworks wie Next.js, Gatsby oder Nuxt.js.

  • Interactive Web Applications
  • Complex User Interfaces
  • Real-time Features

Headless-Stärken im Überblick

  • Performance: Native JAMstack-Architektur
  • Security: Keine direkte Datenbankverbindung
  • Flexibility: Unabhängige Tech-Stacks
  • Scalability: Cloud-native, auto-scaling
  • Developer Experience: Moderne Workflows

Kostenvergleich: Was kostet was wirklich?

WordPress Kosten (pro Jahr)

  • Hosting: €100-€500 (Managed WordPress)
  • Premium Theme: €50-€100 (einmalig)
  • Premium Plugins: €200-€500
  • Wartung/Updates: €500-€2.000
  • Security/Monitoring: €200-€500
  • Gesamt (typisch): €1.050-€3.600

Headless CMS Kosten (pro Jahr)

  • CMS-Service: €0-€500 (Strapi selbstgehostet bis Enterprise)
  • Frontend-Hosting: €0-€300 (Vercel/Netlify)
  • CDN: Inklusive in Hosting
  • Entwicklung: €2.000-€10.000 (Initial)
  • Wartung: €1.000-€3.000
  • Gesamt (typisch): €3.000-€13.800+

Kosten-Tipp für Startups

Für Startups: Beginnen Sie mit WordPress, validieren Sie Ihre Idee, und migrieren Sie zu Headless, wenn Sie Skalierung und Performance brauchen. Die Migration ist einfacher als von vielen angenommen.

Die hybride Lösung: WordPress als Headless CMS

Es gibt einen Mittelweg: WordPress mit seiner REST API als Backend verwenden, aber mit einem modernen Frontend-Framework wie React oder Vue.js. Das bietet:

  • Best of Both Worlds: Bekannte WordPress-Admin-Oberfläche für Redakteure, moderne Frontend-Technologie für Entwickler.
  • Kosteneffizient: Nutzt existierende WordPress-Infrastruktur.
  • Flexibel: Kann schrittweise migriert werden.
  • Plugin-Kompatibilität: Viele Plugins bieten bereits API-Endpoints.

Wann WordPress Headless sinnvoll ist:

  1. Sie haben ein bestehendes WordPress-Setup, wollen aber Performance verbessern
  2. Ihr Team kennt WordPress, will aber moderne Frontend-Technologien nutzen
  3. Sie brauchen eine mobile App zusätzlich zur Website
  4. Sie wollen schrittweise migrieren statt Big Bang

Migration: Von WordPress zu Headless

Phase 1: Assessment & Planning

  • Content-Audit: Was muss migriert werden?
  • Plugin-Analyse: Welche Funktionen brauchen eine Alternative?
  • URL-Struktur: Redirect-Strategy planen
  • Team-Schulung: Redakteure auf neues CMS vorbereiten

Phase 2: Development & Testing

  • Headless CMS einrichten und strukturieren
  • Content-Import automatisieren
  • Frontend mit gewähltem Framework entwickeln
  • Testing: Performance, SEO, User Experience

Phase 3: Launch & Optimization

  • Staging-Umgebung testen
  • DNS umstellen, Redirects implementieren
  • Monitoring einrichten
  • Performance kontinuierlich optimieren

Die besten Headless CMS Optionen 2025

Strapi (Open Source)

Für: Entwickler, die maximale Flexibilität wollen

  • Selbst gehostet oder Cloud
  • Plugin-System ähnlich WordPress
  • GraphQL und REST APIs
  • Kosten: Open Source (Enterprise ab €9/Monat)

Contentful

Für: Enterprise, Multi-Channel Publishing

  • Market Leader im Enterprise-Bereich
  • Ausgezeichnete Developer Experience
  • Starke Lokalisierungs-Features
  • Kosten: Ab $300/Monat

Sanity

Für: Content-Teams, die Struktur brauchen

  • Real-time Collaboration
  • Portable Text für Rich Content
  • Flexible Content-Modellierung
  • Kosten: Pay-as-you-go, Starter $99/Monat

Prismic

Für: Marketing-Teams, Slicing Machine

  • Slicing Machine für Page Builder Experience
  • Intuitive Benutzeroberfläche
  • Gute Preis-Leistung für KMUs
  • Kosten: Ab $7/Monat

Entscheidungsmatrix: Welches System für Ihr Projekt?

Budget unter €5.000
WordPress
Multi-Channel (Web + App)
Headless
Nicht-technisches Redaktions-Team
WordPress
Hohe Performance-Anforderungen
Headless
Schnelle Time-to-Market
WordPress
Enterprise-Skalierung
Headless

Fazit: Es gibt keine universelle "beste" Wahl

Die Entscheidung zwischen WordPress und Headless CMS hängt von Ihren spezifischen Anforderungen, Budget, Team-Fähigkeiten und langfristigen Zielen ab.

Wählen Sie WordPress, wenn: Budget, schnelle Realisierung und ein riesiges Plugin-Ökosystem Ihre Prioritäten sind. Besonders geeignet für Content-basierte Websites, Blogs und kleine bis mittlere Unternehmen.

Wählen Sie Headless, wenn: Performance, Skalierbarkeit, Multi-Channel Publishing und moderne Developer Experience im Vordergrund stehen. Ideal für Enterprise-Projekte, E-Commerce und interaktive Web Applications.

Der hybride Ansatz (WordPress als Headless) bietet einen praktischen Mittelweg für bestehende WordPress-Nutzer, die schrittweise modernisieren wollen.

Die wichtigste Erkenntnis: Beide Systeme haben ihre Berechtigung. Die "falsche" Wahl gibt es nicht – nur passende oder weniger passende Lösungen für Ihre spezifischen Anforderungen.

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